⸺ Heizungswartung
Warum 18 Grad im Sommer keine gute Idee sind
Endlich ist die Klimaanlage installiert – und die erste Reaktion vieler ist dieselbe: Temperatur runter, so kalt wie möglich. Verständlich bei 35 Grad draußen, aber leider keine gute Idee. Das kann den Geldbeutel belasten und wird von vielen als unangenehm für den Körper empfunden. Wie die Klimaanlage wirklich sinnvoll eingestellt wird, verrät dieser Beitrag.
Der Temperatursprung, den der Körper nicht mag
Der menschliche Kreislauf reagiert empfindlich auf große Temperaturunterschiede. Ein Sprung von 35 Grad draußen auf 18 Grad drinnen bedeutet für den Körper eine Umstellung von 17 Grad in wenigen Sekunden – das kann Kreislaufprobleme, verspannte Nacken- und Schultermuskulatur oder Kopfschmerzen begünstigen. Als Orientierung gilt häufig: Innen nicht mehr als etwa 6 Grad kühler als außen einstellen. Bei 32 Grad draußen wären das also rund 26 Grad drinnen – immer noch angenehm kühl, aber ohne Kälteschock beim Verlassen des Raumes.
Was jedes Grad weniger wirklich kostet
Je größer die Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen, desto mehr muss die Klimaanlage in der Regel arbeiten – und desto höher fällt der Stromverbrauch typischerweise aus. Als grobe Orientierung kann der Energieverbrauch je nach Gerät, Gebäude und Außentemperatur mit jedem Grad niedrigerer Solltemperatur spürbar steigen. Wer also von 26 auf 20 Grad herunterkühlt, kann je nach Gerät und Bedingungen deutlich mehr Strom verbrauchen – oft ohne dass sich das subjektiv viel angenehmer anfühlt.
Effizienzklasse und Betriebsweise entscheiden mit
Neben der eingestellten Temperatur spielt auch die Effizienz des Geräts für den Stromverbrauch eine wichtige Rolle. Moderne Klimageräte werden nach EU-Energielabel in Klassen von A+++ bis D eingestuft, angegeben über den SEER-Wert (Seasonal Energy Efficiency Ratio) für die Kühlung. Ein Gerät mit höherem SEER-Wert verbraucht unter vergleichbaren Bedingungen in der Regel weniger Strom für die gleiche Kühlleistung als ein Gerät mit niedrigerem SEER. Zusätzlich kann es helfen, die Anlage nicht dauerhaft durchlaufen zu lassen, sondern mit Timer- oder Sensorsteuerung nur dann zu betreiben, wenn tatsächlich jemand im Raum ist.
Praktische Einstelltipps für den Alltag
- Faustregel nutzen: Maximal 6 Grad kühler als draußen einstellen.
- Nachts anders fahren: Eine etwas höhere Solltemperatur kann nachts ausreichen und je nach Nutzung helfen, den Stromverbrauch zu reduzieren.
- Türen und Fenster schließen: Klingt banal, ist aber ein wichtiger Effizienzfaktor – offene Türen und Fenster können die Kühlwirkung deutlich verringern.
- Filter regelmäßig reinigen: Ein verschmutzter Filter kann dazu führen, dass das Gerät für eine ähnliche Kühlwirkung mehr Leistung benötigt.
Fazit: Eine Klimaanlage ist kein Kühlschrank – sie muss den Raum nicht auf Rekordtemperaturen bringen, um angenehm zu wirken. Mit einer moderaten Temperaturdifferenz von rund 6 Grad, einer passenden Effizienzklasse und ein paar einfachen Gewohnheiten kann man den Energieverbrauch häufig senken, ohne dass der Komfort für viele spürbar leidet.
Bild: KI generiert